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Glossar

OEE: Definition, Formel und Berechnung

Von Peter Krüsi · Instandhaltungs-Glossar

Definition

OEE (Overall Equipment Effectiveness, deutsch Gesamtanlageneffektivität) ist eine Kennzahl dafür, wie effektiv eine Anlage die geplante Produktionszeit tatsächlich in gute Teile umsetzt. Sie ist das Produkt aus drei Faktoren: Verfügbarkeit × Leistung × Qualität, angegeben in Prozent. Je höher die OEE, desto weniger Produktionszeit geht durch Stillstände, zu langsames Laufen und Ausschuss verloren.

Inhalt

Wie die OEE berechnet wird

Die OEE ist das Produkt aus drei Faktoren, jeder in Prozent:

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität

Beispiel: Läuft eine Anlage mit einer Verfügbarkeit von 90 Prozent, einer Leistung von 95 Prozent und einer Qualität von 99 Prozent, dann liegt die OEE bei 0,90 × 0,95 × 0,99 = 0,846, also 84,6 Prozent. Weil die Faktoren multipliziert werden, zieht ein schwacher Faktor die ganze Zahl nach unten. Eine Anlage, die technisch gut verfügbar ist, aber zu langsam läuft, kommt trotzdem nicht auf eine hohe OEE.

Der entscheidende Punkt ist der Bezug: Die OEE misst gegen die geplante Produktionszeit, also die Zeit, in der die Anlage laut Plan produzieren sollte. Was der Betrieb an dieser Zeit verliert, verteilt sich auf die drei Faktoren.

Die drei Faktoren

Jeder Faktor fängt eine andere Art von Verlust ab.

  • Verfügbarkeit — der Anteil der geplanten Produktionszeit, in dem die Anlage wirklich läuft. Hier zählen alle Stillstände während der geplanten Produktion: Störungen, aber auch Rüsten, Umstellen und organisatorische Unterbrechungen. Verfügbarkeit = Laufzeit / geplante Produktionszeit.
  • Leistung — ob die Anlage während der Laufzeit im Soll-Takt läuft. Hier stecken die Tempoverluste und die Kleinststörungen: die Maschine läuft, aber langsamer als vorgesehen, oder bleibt immer wieder für ein paar Sekunden stehen. Leistung = tatsächliche Stückzahl / theoretisch mögliche Stückzahl im Soll-Takt.
  • Qualität — der Anteil guter Teile an allem, was produziert wurde. Ausschuss und Nacharbeit zählen als Verlust, auch Anlaufausschuss nach dem Rüsten. Qualität = Gutmenge / produzierte Gesamtmenge.

Die Begriffe stammen aus dem Total Productive Maintenance (TPM), wo die OEE als Kennzahl für Anlagenverluste entwickelt wurde.

OEE, technische Verfügbarkeit und TEEP

Die OEE wird oft mit der Verfügbarkeit allein verwechselt, misst aber deutlich mehr. Drei Abgrenzungen helfen.

Die technische Verfügbarkeit betrachtet nur die störungsbedingten Stillstände, also den Teil, den die Anlagentechnik zu verantworten hat. Sie ist enger als der Verfügbarkeitsfaktor der OEE, der während der geplanten Produktion auch Rüsten und organisatorische Stopps mitzählt. Darum fällt sie in der Regel höher aus.

Die Anlagenverfügbarkeit sitzt dazwischen: Sie nimmt zur technischen Sicht die organisatorischen Stillstände dazu, bleibt aber reine Verfügbarkeit. Tempo und Qualität bildet erst die OEE ab.

Die TEEP (Total Effective Equipment Performance) geht in die andere Richtung und rechnet gegen die Kalenderzeit statt gegen die geplante Produktionszeit. Sie zeigt zusätzlich, was dadurch verloren geht, dass die Anlage gar nicht erst eingeplant ist, etwa am Wochenende oder in einer unbesetzten Schicht.

Kurz: Die technische Verfügbarkeit isoliert die Technik, die OEE misst die Effektivität der Anlage in der geplanten Produktionszeit, und die TEEP setzt das Ganze gegen die volle Kalenderzeit. Welche Zahl gemeint ist, muss vor der ersten Messung klar sein, sonst vergleicht man später Äpfel mit Birnen.

Häufige Fragen

Was ist OEE?

OEE steht für „Overall Equipment Effectiveness", auf Deutsch Gesamtanlageneffektivität. Die Kennzahl misst, wie effektiv eine Anlage die geplante Produktionszeit in gute Teile umsetzt, und fasst dafür Verfügbarkeit, Leistung und Qualität in einer Prozentzahl zusammen.

Wie berechnet man die OEE?

OEE = Verfügbarkeit × Leistung × Qualität, jeder Faktor in Prozent. Beispiel: 90 Prozent Verfügbarkeit, 95 Prozent Leistung und 99 Prozent Qualität ergeben 0,90 × 0,95 × 0,99 = 84,6 Prozent. Weil multipliziert wird, zieht ein schwacher Faktor die ganze Zahl nach unten.

Wofür stehen die drei Faktoren der OEE?

Verfügbarkeit misst, wie viel der geplanten Produktionszeit die Anlage wirklich läuft (alle Stillstände inklusive Rüsten). Leistung misst, ob sie dabei im Soll-Takt läuft (Tempoverluste und Kleinststörungen). Qualität misst den Anteil guter Teile (Ausschuss und Nacharbeit zählen als Verlust).

Was ist der Unterschied zwischen OEE und technischer Verfügbarkeit?

Die technische Verfügbarkeit betrachtet nur die störungsbedingten Stillstände und ist damit eine reine Verfügbarkeitskennzahl. Die OEE ist weiter gefasst: Ihr Verfügbarkeitsfaktor zählt während der geplanten Produktion auch Rüsten und organisatorische Stopps mit, und zusätzlich bezieht die OEE über die Faktoren Leistung und Qualität auch Tempo und Ausschuss ein.

Was ist ein guter OEE-Wert?

Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht — er hängt von Anlage, Fertigungsart und Branche ab. In der TPM-Literatur wird oft ein Wert um 85 Prozent als Richtwert für Weltklasse genannt, das ist aber eine Faustzahl, kein Gesetz. Aussagekräftiger als ein absoluter Wert ist der Trend über die Zeit und die Frage, ob die Zahl auf sauber erfassten Verlusten beruht.

Verwandte Begriffe