MDT: mittlere Ausfallzeit einer Anlage
Von Peter Krüsi · Instandhaltungs-Glossar
Definition
MDT (Mean Down Time) ist die mittlere Ausfallzeit einer Anlage — die gesamte Zeit, in der sie nach einem Ausfall stillsteht, von der Störung bis zum Wiederanlauf. Sie umfasst nicht nur die reine Reparaturzeit, sondern auch alle Wartezeiten: bis der Instandhalter da ist, bis das Ersatzteil geliefert wird. Je niedriger die MDT, desto kürzer steht die Anlage im Schnitt.
Inhalt
Wie MDT berechnet wird
MDT ist die gesamte Ausfallzeit einer Anlage geteilt durch die Anzahl der Ausfälle in einem Zeitraum. Steht eine Anlage im Monat viermal still und summiert sich diese Stillstandszeit auf 18 Stunden, liegt die MDT bei 4,5 Stunden. Die Kennzahl sagt, wie lange eine Anlage nach einem Ausfall im Schnitt tatsächlich steht — von dem Moment, in dem sie ausfällt, bis sie wieder produziert.
Das Kürzel steht für Mean Down Time, auf Deutsch die mittlere Ausfallzeit oder mittlere Stillstandszeit. Die Terminologie der Instandhaltung ist in der DIN EN 13306 geregelt.
Was in die MDT einfließt — und warum sie länger ist als die MTTR
Hier liegt die häufigste Verwechslung. Die MTTR zählt nur die aktive Reparaturzeit: die Zeit, in der jemand an der Anlage arbeitet, also diagnostizieren, Teil tauschen, prüfen, wieder anfahren. Die MDT zählt die ganze Stillstandszeit und schließt alles ein, was davor und dazwischen liegt:
- die Zeit, bis der Ausfall überhaupt bemerkt und gemeldet wird
- die Zeit, bis der Instandhalter vor Ort ist
- die Zeit, bis das Ersatzteil da ist
- die eigentliche Reparatur (das ist die MTTR)
- Prüfung und Wiederanlauf
Deshalb ist die MDT fast immer länger als die MTTR, oft deutlich. Eine Reparatur, die 30 Minuten dauert, aber erst nach vier Stunden beginnt, weil das Ersatzteil fehlt, hat eine MTTR von 30 Minuten und eine MDT von viereinhalb Stunden. Für die Produktion zählt am Ende die MDT: Sie ist die Zeit, in der wirklich nichts rauskommt. Die MTTR ist nur der Teil davon, den die Instandhaltung mit dem Schraubenschlüssel direkt beeinflusst.
MDT, MTBF und die Verfügbarkeit
Die MDT ist die Gegenkennzahl zur MTBF. Die MTBF (Mean Time Between Failures) misst die mittlere Zeit zwischen zwei Ausfällen, also wie zuverlässig die Anlage läuft. Die MDT misst, wie lange sie nach einem Ausfall steht.
Die auf dieser Seite beschriebene technische Verfügbarkeit rechnet mit der MTTR:
technische Verfügbarkeit = MTBF / (MTBF + MTTR)
Setzt du in dieselbe Rechnung statt der MTTR die MDT ein, bekommst du die Verfügbarkeit, die die Produktion tatsächlich erlebt, weil dann alle Wartezeiten mitzählen:
betriebliche Verfügbarkeit = MTBF / (MTBF + MDT)
Der Unterschied zwischen beiden Werten ist genau das, was neben der reinen Reparatur an Zeit verloren geht: Warten auf Teile, auf Personal, auf die nächste Schicht. Wer nur die MTTR im Blick hat, sieht diesen Verlust nicht.
Was eine niedrige MDT in der Praxis braucht
Eine niedrige MTTR ist eine Frage der Reparatur. Eine niedrige MDT ist eine Frage der Organisation drumherum. Genau die Zeiten, die die MDT zusätzlich enthält, entstehen selten beim Schrauben, sondern beim Warten: Liegt das Ersatzteil im Regal oder muss es bestellt werden? Ist der Schaltplan griffbereit oder wird er gesucht? Weiß der Instandhalter, was beim letzten Mal die Ursache war? Hier setzt eine Instandhaltungssoftware an — sie hält Historie, Ersatzteilstand und Doku an einem Ort, damit der Stillstand nicht an der Suche hängt.
Häufige Fragen
Was bedeutet MDT?
MDT steht für „Mean Down Time" — die mittlere Ausfallzeit einer Anlage. Gemeint ist die gesamte Zeit, in der sie nach einem Ausfall stillsteht, von der Störung bis zum Wiederanlauf, inklusive aller Wartezeiten. Je niedriger die MDT, desto kürzer steht die Anlage im Schnitt.
Wie berechnet man die MDT?
MDT = gesamte Ausfallzeit geteilt durch die Anzahl der Ausfälle in diesem Zeitraum. Beispiel: vier Stillstände mit zusammen 18 Stunden ergeben eine MDT von 4,5 Stunden. Anders als bei der MTTR zählt die ganze Stillstandszeit, nicht nur die reine Reparatur.
Was ist der Unterschied zwischen MDT und MTTR?
Die MTTR zählt nur die aktive Reparaturzeit — diagnostizieren, tauschen, prüfen, anfahren. Die MDT zählt die gesamte Stillstandszeit inklusive aller Wartezeiten: bis der Ausfall bemerkt wird, bis der Instandhalter da ist, bis das Ersatzteil geliefert wird. Deshalb ist die MDT fast immer länger als die MTTR.
Wie hängt die MDT mit der Verfügbarkeit zusammen?
Rechnet man die Verfügbarkeit mit der MDT statt mit der MTTR — also MTBF / (MTBF + MDT) —, bekommt man die Verfügbarkeit, die die Produktion tatsächlich erlebt, weil dann alle Wartezeiten mitzählen. Die technische Verfügbarkeit mit der MTTR fällt dagegen höher aus, weil sie nur die reine Reparaturzeit berücksichtigt.
Was ist ein guter MDT-Wert?
Einen allgemeingültigen Zielwert gibt es nicht — er hängt von Anlage, Kritikalität und Branche ab. Aussagekräftiger als ein absoluter Wert ist der Trend: Eine über die Zeit sinkende MDT zeigt, dass nicht nur die Reparatur, sondern auch Ersatzteilhaltung, Erreichbarkeit und Diagnose besser greifen.