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Glossar

Lebenszykluskosten: was eine Anlage über ihre ganze Nutzungsdauer kostet

Von Peter Krüsi · Instandhaltungs-Glossar

Definition

Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost, LCC) sind die Summe aller Kosten, die eine Anlage über ihre gesamte Nutzungsdauer verursacht — von der Anschaffung über Betrieb und Instandhaltung bis zur Ausmusterung. Der Kaufpreis ist dabei meist nur der kleinere Teil; den Großteil machen Energie, Betriebsstoffe, Wartung, Reparaturen und Stillstände über die Jahre aus. Ziel der Betrachtung ist, eine Anlage nicht nach dem niedrigsten Kaufpreis, sondern nach den niedrigsten Gesamtkosten über die Lebensdauer zu bewerten.

Inhalt

Woraus sich Lebenszykluskosten zusammensetzen

Die Lebenszykluskosten sind nicht der Kaufpreis. Der Kaufpreis ist der Teil, den jeder sieht, und meist der kleinere. Über die Jahre kommt weit mehr dazu: Energie, Betriebsstoffe, Wartung, Ersatzteile, Reparaturen, dazu die Kosten, wenn die Anlage steht. Am Ende noch Demontage und Entsorgung. Wer nur auf den Anschaffungspreis schaut, entscheidet über einen Bruchteil der Summe, die die Anlage wirklich kostet.

Grob fallen die Kosten in vier Blöcke:

  • Anschaffung: Kaufpreis, Transport, Montage, Inbetriebnahme, Schulung.
  • Betrieb: Energie, Betriebsstoffe, Bedienpersonal — der Dauerposten über die ganze Nutzungsdauer.
  • Instandhaltung: Wartung, Inspektion, Ersatzteile, Reparaturen, dazu die Stillstandskosten, wenn die Anlage dafür steht.
  • Ausmusterung: Demontage, Entsorgung, abzüglich eines möglichen Restwerts.

Wie man diese Kosten für Produktionsmittel systematisch erfasst, beschreibt die VDI-Richtlinie 2884. Der Grundgedanke ist simpel: nicht den billigsten Kauf suchen, sondern die niedrigsten Gesamtkosten über die Lebensdauer.

Abgrenzung: TCO, Instandhaltungskosten und EAM

Drei Begriffe liegen nah dran und meinen doch nicht dasselbe.

Total Cost of Ownership (TCO) deckt praktisch dasselbe ab: alle Kosten des Besitzens über die Nutzungsdauer. Der Unterschied ist die Herkunft, nicht die Sache. Lebenszykluskosten kommt aus der Technik und der Anlagenplanung, TCO aus Einkauf und Beschaffung. In der Praxis werden die beiden oft synonym benutzt.

Instandhaltungskosten sind nur einer der vier Blöcke — Wartung, Ersatzteile, Reparaturen. Ein wichtiger, weil beeinflussbarer, aber eben ein Teil. Die Lebenszykluskosten setzen ihn ins Verhältnis zu Anschaffung, Betrieb und Ausmusterung.

EAM ist keine Kostenart, sondern der Management-Ansatz, der eine Anlage über ihren ganzen Lebenszyklus steuert. Die Lebenszykluskosten sind die Kennzahl, mit der ein EAM diese Steuerung in Geld ausdrückt.

Was die Betrachtung in der Praxis bringt

Der Nutzen zeigt sich an zwei Stellen. Bei der Beschaffung liefert sie das Argument gegen den billigsten Anbieter. Eine Anlage, die in der Anschaffung günstiger ist, aber mehr Energie zieht, öfter steht und teure Ersatzteile braucht, kostet über zehn Jahre gerechnet oft mehr. Was du dagegen ins Pflichtenheft schreibst, Standardteile, Zugänglichkeit, Ersatzteilversorgung, zahlt über die ganze Lebensdauer zurück.

Im Betrieb liefert sie den Zeitpunkt zum Ersetzen. Eine Anlage, die immer öfter steht und immer mehr Reparatur kostet, ist irgendwann teurer im Weiterbetrieb als im Ersatz. Diesen Punkt sieht nur, wer die laufenden Kosten je Anlage erfasst, statt sie im großen Topf verschwinden zu lassen. Dafür ist eine Instandhaltungssoftware da: Sie hält Wartung, Reparaturen und Ersatzteile je Maschine fest.

Häufige Fragen

Was sind Lebenszykluskosten?

Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost, LCC) sind die Summe aller Kosten, die eine Anlage über ihre gesamte Nutzungsdauer verursacht — von der Anschaffung über Betrieb und Instandhaltung bis zur Ausmusterung. Der Kaufpreis ist dabei meist nur der kleinere Teil; den Großteil machen Betrieb und Instandhaltung über die Jahre aus.

Welche Kosten gehören zu den Lebenszykluskosten?

Grob vier Blöcke: die Anschaffung (Kaufpreis, Transport, Montage, Inbetriebnahme, Schulung), der Betrieb (Energie, Betriebsstoffe, Bedienpersonal), die Instandhaltung (Wartung, Ersatzteile, Reparaturen und Stillstandskosten) sowie die Ausmusterung (Demontage und Entsorgung, abzüglich eines möglichen Restwerts).

Wie berechnet man die Lebenszykluskosten?

Im Kern addiert man die Kosten aller Lebensphasen: Anschaffung plus Betrieb plus Instandhaltung plus Ausmusterung, abzüglich Restwert. Um verschiedene Anlagen fair zu vergleichen, betrachtet man die Kosten über eine festgelegte Nutzungsdauer. Die VDI-Richtlinie 2884 beschreibt, wie man diese Rechnung für Produktionsmittel systematisch aufsetzt.

Was ist der Unterschied zwischen Lebenszykluskosten und TCO?

In der Sache kaum einer. Beide erfassen alle Kosten einer Anlage über die Nutzungsdauer. Der Unterschied ist die Herkunft: Lebenszykluskosten (Life Cycle Cost) kommt aus der Technik und Anlagenplanung, Total Cost of Ownership (TCO) aus Einkauf und Beschaffung. In der Praxis werden die Begriffe oft synonym verwendet.

Was ist der Unterschied zwischen Lebenszykluskosten und Instandhaltungskosten?

Instandhaltungskosten sind nur ein Teil der Lebenszykluskosten — der Aufwand für Wartung, Ersatzteile und Reparaturen. Die Lebenszykluskosten umfassen zusätzlich Anschaffung, Betrieb und Ausmusterung und setzen die Instandhaltungskosten so ins Verhältnis zu den Gesamtkosten über die Lebensdauer.

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